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Panikattacken – wenn der Körper plötzlich Alarm schlägt

ine Knetfigur sitzt ruhig am Ufer eines Flusses. Der Fluss symbolisiert den Wandel der Gefühle. Auf der anderen Seite des Ufers ist eine Brücke angedeutet – als Symbol für Veränderung und Rückverbindung.

Psyche & Zeitgeist – Zwischen Mindset und Menschsein

.Vielleicht kennst du das: Plötzlich rast dein Herz, dein Atem wird flach, dir wird schwindelig. Dein Körper fühlt sich an, als wäre er in höchster Gefahr – obwohl objektiv nichts Bedrohliches passiert. Und dann kommt dieser Gedanke:

„Was, wenn das nicht mehr aufhört?“

Willkommen in der Welt der Panikattacken.

Panikattacken sind intensiv, beängstigend und gleichzeitig eines der meistmissverstandenen Phänomene in der Psychotherapie. Die gute Nachricht: Sie sind kein Zeichen von Schwäche, kein Herzinfarkt, kein Kontrollverlust – sondern ein sehr lauter, sehr fehlgeleiteter Schutzmechanismus.

Was bei Panikattacken wirklich passiert

Eine Panikattacke ist kein psychisches „Problem“, das plötzlich aus dem Nichts auftaucht. Sie ist eine körperliche Stressreaktion, ausgelöst durch dein Nervensystem.

Dein Körper interpretiert Gefahr, wo gerade keine vorhanden ist.

Und wenn der Körper Gefahr wittert, macht er genau das, was evolutionär sinnvoll ist:

Der Herzschlag beschleunigt sich, die Atmung verändert sich, die Muskulatur spannt an und die Aufmerksamkeit richtet sich vollständig nach innen. All das sind ganz normale, evolutionär sinnvolle Reaktionen des Körpers auf eine vermeintliche Bedrohung.

Das Problem ist nicht die Reaktion – sondern der Auslöser. Denn bei Panikattacken gibt es oft keine reale äußere Bedrohung. Der Alarm geht los, obwohl kein Feuer da ist.

Warum sich Panikattacken so real und bedrohlich anfühlen

Viele meiner Patient:innen sagen:

„Ich weiß rational, dass nichts passiert – aber es fühlt sich lebensgefährlich an.“

Und genau das ist der Punkt.

Angst entsteht nicht im rationalen Denken, sondern im emotionalen Gehirn. Dort helfen keine logischen Argumente wie „Das ist doch harmlos“. Der Körper ist längst im Notfallmodus.

Typisch sind ein stark beschleunigter Herzschlag, Engegefühle in der Brust, Atemnot, Schwindel oder Benommenheit, Zittern und Schwitzen. Hinzu kommt häufig die Angst, die Kontrolle zu verlieren, ohnmächtig zu werden oder zu sterben. Aber sie gehen vorbei.

Der Angst-vor-der-Angst-Kreislauf bei Panikstörungen

Panikattacken werden oft nicht durch Stress allein aufrechterhalten, sondern durch etwas viel Tückischeres: die Angst vor der nächsten Panikattacke.

Der Kreislauf beginnt meist mit einer körperlichen Empfindung, etwa einem schnelleren Herzschlag. Diese Empfindung wird gedanklich als gefährlich bewertet, was Angst auslöst. Die Angst verstärkt wiederum die körperliche Reaktion, wodurch sich die Panik weiter aufschaukelt. Je genauer der Körper beobachtet wird, desto stärker kann sich dieser Prozess entwickeln.

Je mehr wir versuchen, die Angst zu kontrollieren oder zu vermeiden, desto stärker wird sie.

Panik liebt Kontrolle. Und sie wächst durch Vermeidung.

Warum sich Panikattacken nicht einfach „wegberuhigen“ lassen

Viele gut gemeinte Ratschläge lauten:

  • „Reiß dich zusammen“
  • „Atme einfach ruhig“
  • „Du musst dich nur entspannen“

Das Problem: Diese Sätze setzen genau dort an, wo Panik nicht entsteht – im Verstand.

Panik lässt sich nicht wegdenken. Sie will verstanden werden.

Psychotherapie bei Panikattacken

Als Heilpraktiker für Psychotherapie arbeite ich nicht gegen die Angst, sondern mit ihr. Ziel ist es, dem Körper Schritt für Schritt zu zeigen:

Du bist sicher.

In der Begleitung geht es darum, den eigenen Körper besser zu verstehen, körperliche Empfindungen neu einzuordnen und das Nervensystem zu regulieren. Atemarbeit, achtsame Körperwahrnehmung und das Erkennen innerer Stress- und Antreibermuster spielen dabei ebenso eine Rolle wie der Aufbau von Selbstvertrauen und innerer Sicherheit. Ziel ist nicht, Panik zu vermeiden, sondern ihr Schritt für Schritt den Schrecken zu nehmen. Denn was wir nicht mehr fürchten, verliert seine Macht.

Ein wichtiger Perspektivwechsel

Panikattacken sind kein Feind. Sie sind ein Signal.

Ein Signal dafür, dass dein System überlastet ist. Dass Grenzen überschritten wurden. Dass etwas gesehen werden möchte.

Wenn wir aufhören, gegen die Angst zu kämpfen, und anfangen, sie zu verstehen, verändert sich etwas Grundlegendes.

Wenn du Panikattacken erlebst, bist du nicht kaputt. Dein Nervensystem ist hochsensibel und reagiert auf Überlastung mit Alarm. Das fühlt sich bedrohlich an, ist aber veränderbar.

Panikattacken und Panikstörungen sind gut behandelbar. Mit dem richtigen Verständnis, einem sicheren therapeutischen Rahmen und individueller Begleitung kann sich der Umgang mit Angst grundlegend verändern. Viele Betroffene berichten, dass sie Schritt für Schritt wieder mehr Vertrauen in ihren Körper, mehr innere Ruhe und mehr Freiheit im Alltag gewinnen.

Erstgespräch in meiner Praxis

Wenn du unter Panikattacken, Angstzuständen oder einer Panikstörung leidest und dir professionelle Unterstützung wünschst, biete ich dir gerne ein unverbindliches Erstgespräch in meiner Praxis für Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz an.

In diesem Gespräch klären wir gemeinsam, was dich aktuell belastet, welche Erfahrungen du mit Angst gemacht hast und wie eine psychotherapeutische Begleitung aussehen kann. Ziel ist es, dir einen sicheren Raum zu geben und erste Orientierung zu schaffen